Gedichte

Vermischtes

Wenn du denkst, das war es schon, das Leben läuft dir eh davon,
wenn du denkst, da kommt nichts mehr, kommt leichtfüßig ein Wunder her, lächelt dir ins Angesicht, sagt: "Küss mich, und vergiss mich nicht."


Rosenleben

Wie die kleinen Menschenkinder liegen
auch die Rosenknöspchen in den Wiegen.
Zerbrechlich, neugierig und winzig klein
schauen sie in die große Welt hinein.

Im zierlichen, fiedrigen Blätterkranz sind
sie ganz Kind, spielen wiegend sich im Wind.
Ihren Mantel öffnen sie zögerlich,
erbebend jungfräulich und ängstlich.

In zarten Farben strahlend, halberblüht,
begreifen sie kaum, was ihnen geschieht;
um dann in verschwenderischer Fülle
öffnen sie ihre knospige Hülle.

So schließt sich Röschen zur Rose auf,
unaufhaltsam geht ihres Lebens Lauf.
Sich duftend ganz zu verschenken bereit,
vergehet im Weggeben ihre Zeit.

Blatt um Blatt trägt der Wind sie im Welken,
im lächelnd Verblühn; doch selbst im Welken
umschmeichelt ihr Duft uns, weich wie Moose.
Noch sterbend bleibt die Rose die Rose.

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